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frontladen beherbergt eine farbenfrohe Gruppe von Figuren in einem Laden auf der Karl Heine Straße, der Hauptverkehrsachse des Stadtteils Plagwitz in Leipzig. Vormals das industrielle Herz der Stadt, hat dieses Viertel ca. 20.000 Arbeitsplätze in der Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung verloren und steht am Anfang eines Strukturwandels, der, wenn überhaupt, den Dienstleistungssektor stärkt, während die Wohnquartiere noch verwaist sind und die Geschäfte leer stehen. Während der Eröffnung, die zeitlich den einsetzenden Stadtumbau markiert, simuliert die barock anmutende Figurengruppe auf der Wiese im Schaufenster ein ausgelassenes Picknick. Früchte und Gebäck sind im Raum verteilt und laden die Besucher ein, sich einen Platz zu suchen. Die Anwesenden sind aufgefordert ihre Beobachtungsrolle als (Kunst-) Konsumenten aufzugeben, einen Moment der Unsicherheit zu erleben und Mitstreiter der Feier statt Zuschauer zu werden. Die Begegnung ist jedoch begrenzt ...